Das Schärfen von Rasiermessern

Dieser Text stammt aus dem Nassrasur Forum. Es ist als Zitat hier komplett übernommen worden. Die Rechte daran liegen natürlich beim Schreiber der Worte!

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Schärfen von Rasiermessern

Testen/Prüfen :
hat die Schneide, dort wo die Baarthare geschnitten werden, eine durchgehende ganz feine, aber gut sichtbare “Linie”die etwa  1/10 bis  2/10mm  breit ist, entlang der gesamten Schneide?

Wenn ja: reicht das Nachschärfen ab 6000er Stein. Bei DIr würde ich den BB nehmen.

Wenn nicht: muss es auf den 1000er Stein zum Anschleifen . 

 Wie viel Druck ist richtig???

Nur soviel , das die gesamte Schneidkante und der Klingenrücken sauber auf dem Stein aufliegt und bei der Schleifbewegung nicht auf dem Stein kippelt. Einen Bleistift wie ein Rasiermesser in die Hand nehmen und so tun als wäre das die Klinge. Wenns jetzt klappt das der Stift mit der ganzen Länge auf dem Stein drübergeführt wird, dabei der Stift nur ganz wenig über die gesamte Steinbreite angeschliffen wird, dann ist das genügend Druck. Oder ein Blatt 3 bis 4 mal falten und das gegen den Stein drücken. Wenn sichs durchbiegt, reicht der Druck.

 Steine vorbereiten:

Mit dem Nagura (egal ob Natur oder synt.) die Steine abreiben und dadurch die Poren freimachen. Stein unter fließendem Wasser abwaschen. Nun einen Schleifschlamm auf den Stein aufbringen. Dazu den nassen Stein mit dem Nagura abreiben (nicht mehr abwaschen) und einen dünnflüssigen Film erzeugen. Die Steine immer gut feucht halten und den Schleifschlamm schön dünnflüssig halten. Wird er dick wie Zahnpasta dann muss etwas Wasser dazu. Zwischendurch mit dem Nagura die Poren wieder säubern (diesen Schlamm aber abwaschen), dann wieder Schleifschlamm wie schon geschildert ….. und so weiter.

 Wie viele Züge pro Seite sind notwendig?

das ist sehr abhängig vom Stahl des Messers: z.B. bei Normalstahl (Karbonstahl oder nicht rostfreie)

1000er Stein:

So etwa 10…15 mal je Seite, so als würden hauchfeine Scheiben vom Stein geschnnitten. Dabei ist wichtig, daß die Klinge immer über den Rücken gedreht wird, niemals  über die Schneide drehen! Ist jetzt die Linie zu sehen?

Wenn nicht: nochmal 5 bis 10 Züge. Nun müsste so eine neue Linie gut sichtbar sein. Auf jeder Seite !

Wenn ja: jetzt mit dem 6000er weiterarbeiten .
Wenn kleine Ausbrüche/Scharten o.ä. in der Klinge sind muss so lange mit dem 1000er Stein gearbeitetet werden bis diese Ausbrüche weg sind.

6000er Stein oder gelber BB:

wie schon gesagt, ohne Druck, je nach Stahl, können schon mal 20 oder noch etwas mehr Züge (je Seite) nötig sein!!!

der erste grobe Test

Haar zwischen zwei Fingern (Daumen und Zeigefinger) hochhalten. Mit einer leichten, ziehenden Schneidbewegung muss das Haar abzuschneiden sein (knapp über der “Haltestelle”). Dabei darf sich das Haar durchaus etwas biegen, dies ist ja nur ein erster Test, ob die notwändige Schärfe erreicht wurde. Test bestanden?

Wenn nicht:  weiter mit dem 6000er. Ich würde mal sagen nach max. 50 Zügen müsste das Messer auf jeden Fall so scharf sein.!!! Wenn ja: weiter mit dem 8000er Stein.

8000er Stein oder bei Dir der Arkansas:

auch hier gilt: kein Druck!!! Bei den Kohlenstoff Stahlmessern würde ich so aus dem Bauch heraus sagen: mit max 20 Zügen pro Seite müsste das Messer nun gut scharf sein und den Haartest wie oben beschrieben locker schaffen.

Nun kommt die Mystik :

d.h. ich kanns nicht genau erklären weshalb, es ist halt so, oder besser gesagt: Ich mach das so. Ich höre bei verschiedenen rostfreien Messern mit dem 6000er auf und gehe nicht auf den 8000er Stein. Da ziehe ich die Klingen dann auf dem 6000er Stein aus. Ich “schneide also keinen dünnen Scheiben ab”, sondern ziehe die Klinge in die Richtung des Klingenrückens. Sehr oft sind es die breiten Messer, die hier z.T. richtig störrisch sind. Bei diesen Messern ist der Grat so dünn, “brüchig” und empfindlich, das er sehr leicht abbricht. Das Messer wird “überschärft”. Diesen Punkt vorher zu sehen ist nicht immer möglich, d.h. wenn er überschritten ist: alles von vorne.

Riemen/Ledern:

mit dem Riemen (grüne Paste) mach ich dann etwa 10-15 leichte Züge. Ganz wenig Druck und aufpassen das die ganze Schneide sauber über die komplette Länge aufliegt. Langsam arbeiten!! Genauigkeit ist wichtiger als Geschwindigkeit!! Wenn der Riemen schmaler ist als die Klinge lang (sind sie fast alle), mittels Kreuzstrich arbeiten.

Kreuzstrich:

Mit dem Messer an einem Rand anfangen (auflegen) und die Klinge während der Bewegung schräg ziehen, so dass die ganze Klingenlänge abgezogen wird. Dann über den Rücken wenden und rückwärts in die andere Richtung ziehen.

einfacher unbehandelter oder gefetteter Riemen:
jetzt noch mit dem ganz einfachen (unbehandelt oder Fettpaste - die mit der gelben Kennzeichnung) Riemen noch etwa 10 mal ganz leicht abziehen. So, als würde man eine Folie glatt streichen.

Endkontrolle/Haartest
jetzt ist das Messer bestimmt so scharf, das ein Haar, gehalten wie vorher, nur vom Drücken gegen die Schneide abgeschnitten wird.

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